Bozen war der diesjährige Austragungsort des traditionellen Fünf-Länder-Gesprächs der Kfz-Verbände von Deutschland, Luxemburg, Österreich,
Schweiz und Südtirol vom 15. bis 17. Oktober 2009. Bei reinen Gesprächen im „Hotel Mondschein“ blieb es bei diesem hochkarätigen Treffen aber nicht: Gemeinsam wurde eine Resolution verabschiedet, die rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen für den Mehrmarkenvertrieb fordert.
Für kleine und mittelständische Kfz-Betriebe stellt das Auslaufen der Europäischen Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (Kfz-GVO) ein großes Problem dar: Bisher sicherte diese Verordnung den Betrieben u. a. das Recht, Autos mehrerer Marken verkaufen und reparieren zu dürfen.
„Das ersatzlose Auslaufen dieser Verordnung trifft gerade unsere kleinen Betriebe in Südtirol besonders, da diese die verlangten Standards der Hersteller, darunter verschiedene bauliche Eingriffe wie z. B. ein eigener Kundenraum, aus finanziellen Gründen nicht einhalten können. Unsere vielen freien Werkstätten kommen zudem schwerer an die zur Reparatur notwendigen Unterlagen heran“, erklärt Dietmar Mock, Obmann der Kfz-Techniker im Landesverband der Handwerker (LVH). Die Macht der Hersteller würde für alle spürbar wachsen. In der Resolution fordern die fünf europäischen Verbände nun die EU-Kommission auf, die Bestimmungen der aktuellen Verordnung weiterhin langfristig gelten zu lassen.
In weiteren Arbeitsgruppen besprachen die Vertreter der Kraftfahrzeug-Verbände Themen wie Berufsbildung, Nachwuchswerbung und Öffentlichkeitsarbeit in den verschiedenen Ländern sowie die Reparaturleistungen, wo u. a. das Problem der Schwarzarbeit zur Sprache kam.
„Der Schwarzmarkt ist mittlerweile ebenso groß wie der normale Markt geworden“, so Harald Freitag, Obmann der Karosseriebauer im LVH. Nicht nur in Südtirol, sondern auch in den anderen Ländern nimmt die Schwarzarbeit immer höhere Ausmaße an, stellten die Kfz-Vertreter der fünf Länder fest. Während in der Schweiz den Mitarbeitern, die schwarzarbeiten, fristlos gekündigt werden kann, suchen die österreichischen Betriebe aktiv die Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden. Für die Zukunft sind Kampagnen gegen die Schwarzarbeit angedacht.
Im Bild: Die Präsidenten der KFZ-Verbände v.l. Emile Lorang, Luxemburg - Urs Wernli, Schweiz - Dietmar Mock, Südtirol - Robert Rademacher, Deutschland - Günther Oberwallner, KFZ-Handel Österreich - Friedrich Nagl, KFZ-Techniker, Österreich
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